Solange ist es her, dass der dröhnende Bass das Trommelfell zum Tanzen
gebracht hat. Schwitzend vor Hitze und Gedränge in der Menge stehen,
das gab es lange schon nicht mehr.
Dabei ist es doch die Musik, die unser Herz zum Springen bringt
und unsere Füße zum Tanzen.
Auf laute Konzerte, berührende Theatervorführungen und träumerische Festivals
mussten wir lange schon verzichten.
Dabei ist es durchaus verständlich, dass viele Kulturliebende
vom Alltag des Lockdown-Lebens eingeholt wurden.
Live-Veranstaltungen? Was bedeutet das schon für uns?
Das geht doch auch zu Hause!
Wenn das Gestampfe von den Nachbarn,
die das Tanzen sehr vermissen, durch die Decke dröhnt,
merkt man jedoch: Es fehlt der Raum.
Wenn die dritte Flasche Bier in den Mund geschüttet wurde,
die lustigen Gespräche sich auf Robo-Sounds aus Zoom-Meetings beschränken,
da fehlen dann doch die Freunde.
Wie das noch weiter gehen soll? Das fragt man sich doch sehr.
Der Frust über die Leerstellen der Live-Acts verwandelt sich in Leidenschaft
für fluffiges Gebäck und selbstgemachtes Makramee. Von mediterranen Ölen
bis zu selbstkreierten Öko-Body-Lotions, ist in den Geschenkekörbchen meiner Freunde alles mit dabei.
Die Zeit für Meditation uns Selbstreflexion ist jetzt.
Beschäftigung gibt es also wohl genug auf dieser Welt.
Ob Bass geschuldete Gänsehaut und betrunkene Küsse um 6 Uhr morgens jedoch zu ersetzen sind?
Die Antwort darauf wird für so manchen
nicht schwer zu beantworten sein.